Buschfunk-Rezensionen: Gartenkrimis von Maren Gießwald

Mord im Laubenviertel (Serie mit 5 Büchern)

  • Mord im Tomatenbeet
  • Mord im Lavendelbeet
  • Mord am Gartenteich
  • Mord im Dahliengarten
  • Mord im Gewächshaus

Der Mord ist meistens nicht so arg wichtig in diesen Krimis, sondern nur Anlass für sehr viele Gespräche mit schnellen Antworten und oft bissigen Bemerkungen, die in der Summe dann den Grund und den Hergang des Mordes schon aufklären, aber weit mehr die verdrängten Ereignisse in einer Schrebergartenkolonie in den Vordergrund spielen und meistens eben altes Fehlverhalten der Gärtner aufdecken.

Ein Text-Beispiel:

Edgar lächelte. „Junge Energie ist immer reizend. Man muss sie nur rechtzeitig in Form bringen.“ Cem, der gerade mit Lea neben einem Klapptisch stand, hob den Kopf. „Nicht jede Pflanze muss in Form gebracht werden“, sagte er. Edgar drehte sich zu ihm. „Ach, Herr Alkan. Sie sind der junge Mann mit der Wildnisparzelle.“ „Naturnahe Fläche.“ „Natürlich. Wildnis klingt wahrscheinlich zu ehrlich.“ Lea trat einen Schritt vor. „Naturnahe Flächen sind wichtig für Insekten und Bodenleben.“ „Gewiss“, sagte Edgar. „Aber heute geht es um Dahlien. Nicht um Brennnesseln mit Selbstbewusstsein.“ Jana presste die Lippen zusammen. „Okay, der hat Talent.“ „Für was?“, fragte Leni. „Feinde sammeln.“

Mir gefällt das. Es erinnert mich an alte WG-Diskussionen am Küchentisch, wo ebenfalls die Wörter und Sätze oft geschliffen scharf waren und es auch mehrdeutig bis manchmal auch böse sein sollte. Maren Gießwald lässt die Gespräche in der Kleingartenkolonie in einem solchen Stil stattfinden und hat mit den drei Frauen Frieda, Leni und Jana (Parzellennachbarin, Mutter, Tochter) drei Frauenfiguren geschaffen, die sich im Spiel der Worte sehr gut ergänzen.

Veröffentlicht in Grüner Daumen.